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Raus aus der Wohlfühlposition
Jan
26

Heute wollen wir ein paar Worte zum Fotografen/ zur Fotografin sagen, genauer gesagt zu dem üblichen Verhalten dieser merkwürdigen Spezies. Wir schließen uns da gerne mit ein. Automatisch neigen wir Fotografen dazu, unsere Fotos erst einmal im Stehen zu versuchen – aus der sogenannten „Normalperspektive“. Aber dies kann schnell langweilig werden, oder schlimmer noch nicht zum besten Ergebnis führen. 

Probiert mal, euch auf den Boden zu setzen oder zu legen (Froschperspektive). Oder noch ganz andere Positionen beim Fotografieren einzunehmen. Vor allem wenn euer Motiv viel tiefer als ihr angesiedelt ist, kann eine Aufnahme im Stehen eventuell sehr unvorteilhaft sein. Begebt euch auf Augenhöhe mit dem Motiv! Oder, wenn es denn wirklich "von oben" sein soll, besorgt euch eine Leiter und fotografiert von richtig hoch oben (Vogelperspektive). Egal wie, diese Positionswechsel können eure Fotos viel Pepp verleihen. Und damit es etwas einfacher wird, hier mal ein paar Beispiele. Sarah und Co. haben mal im Archiv gekramt und bei den "Making Off" einiges ausgraben können.

 

Fotoshooting am Tegernsee

 

Unser erstes Beispiel (Bild oben) zeigt ein Shooting auf einem Bootssteg. Schön zu erkennen, dass sich Sarah auf Augenhöhe des Modelles begibt. Die Besonderheiten der Location haben es erlaubt, dass sie dabei stehen konnte. Ansonsten hätte sie tief in die Hocke gemusst, oder sich alternativ auf den Steg legen müssen. Dadurch wäre aber dann der Reflektor zum Problem geworden (würde ins Bild ragen).


Die nächsten beiden Beispiele sind auf ähnliche Weise entstanden .... aber dennoch im Detail etwas anders. Im ersten dieser Bilder ist die Kamera etwas unterhalb der Aufhöhe, um durch den dunklen Strauch hindurch fotografieren zu können. Das kniende Modell wird durch die Wahl eines Weitwinkelobjektivs fast vollständig abgebildet. Die Fotografin braucht außerordentlich viel Erfahrung, um Bilder zu schießen, bei denen der Kopf des Modelles über der Kameraachse liegt. Vielfach liest man, dass man Bilder "von unten" generell vermeiden soll. Probiert es einfach einmal selbst aus. Und nicht traurig sein, wenn die ersten Ergebnisse für die Tonne sind oder zumindest sehr merkwürdig aussehen.

Fotoshooting im Feld

 

Im dritten Bild liegt die Fotografin flach auf dem Boden. Durch den leicht abschüssigen Boden ist sie aber erst dadurch auf Augenhöhe mit dem Modell. Es ist uns allen klar, dass die Gegebenheiten der Location manchmal zu solchen Verrenkungen zwingen. Aber was tut man nicht alles für ein gutes Bild.

Fotoshooting am Gardasee


Und hier wieder ein Beispiel der besonderen Art. Schaut es euch einmal in Ruhe an bevor ihr weiter lest.

Fotoshooting in Mainz

 

Im vorstehenden Bild hat Sarah eine recht ungewöhnliche Variante gewählt. Ungewöhnlich, weil Porträts von unten nach oben schwierig sind und selten gemacht werden. Das haben wir weiter oben schon einmal erwähnt. Insbesondere kann die abgelichtete Person arrogant oder einfach nur ganz seltsam ungewohnt rüber kommen. Um diese Effekte zu mildern fotografiert sie aus einiger Entfernung, wodurch der Winkel von der Waagerechten aufwärts deutlich kleiner wird. Gewusst wie !

 

Das nächste Making Off entstand bei einem Shooting mit einem Modell im Auto:

Fotoshooting mit Oldtimer

 

Klar, dass man sich bücken muss, um durch die herunter gekurbelte Seitenscheibe fotografieren zu können. Damit ist man dann automatisch auch auf Augenhöhe mit dem Modell. Wichtig ist hier noch ein kleines Detail. Da das Licht im Auto etwas düster ist, wurde Tageslicht über einen Reflektor eingeleitet.

 

Zum Schluss noch eine im Studio bzw. Indoor von Fotografen oft genutzte Variante. Ein Bild von der Leiter, wodurch der Fotograf samt Kamera deutlich höher als das Modell zu stehen kommt. Wird diese Methode meist für Modelle im Liegen angewendet, so steht unser Bodypainting-Modell für diese außergewöhnlich Aufnahme.
 

Shooting im Fotostudio

 

Wie ihr an all den Beispielen erkennen könnt, muss der Fotograf oder die Fotografin sich vorher genau überlegen, wie er/sie das Bild gestalten und umsetzen will. Gute Ergebnisse und zufriedene Modelle rechtfertigen aber den Aufwand.

In diesem Sinne wünscht das Team von Sarah Kastner Fotografie wieder viel Spaß beim Probieren.

Der richtige Weißabgleich - Teil 2 manueller Abgleich
Jan
12

Im letzten Artikel haben wir bereits einige Möglichkeiten für den Weißabgleich vorgestellt. Dabei haben wir uns auf die vordefinierten Abgleiche der Kamera konzentriert und ausgeführt, wann sie zu benutzen sind. Außerdem haben wir etwas zu den ungefähren Farbtemperaturen erzählt. Leider sind die Lichtverhältnisse nicht immer ganz eindeutig, so dass die vordefinierten Einstellungen an der Kamera nicht zum richtigen Ergebnis führen würden. Oder der Fotograf möchte sich nicht auf "ungefähre" Einstellungen verlassen. Bei Mischlicht (Kunstlicht plus Tageslicht) oder wenn verschiedene, unterschiedliche Lichtquellen im Spiel sind, greifen die Voreinstellungen meistens nicht.

Um zu einer korrekt belichteten Aufnahme wie z.B. der Lilie weiter unten zu kommen, bieten die meisten Spiegelreflex auch die Möglichkeit, es ganz genau zu machen. Allerdings braucht man dazu ein kleines Hilfsmittel. Die Rede ist von der Graukarte. Ein Beispiel für eine Graukarte seht ihr im nächsten Bild.
 

Weißabgleich mit Graukarte


 

Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen. So wie hier abgebildet aus Kunststoff, Größe ca. 20 cm x 15 cm - und obwohl nicht mal einen Millimeter dünn recht robust. Natürlich sind sie auch in anderen Größen erhältlich. Aber auch zusammenfaltbare "Karten" werden gerne benutzt. Egal für welche Variante ihr euch entscheidet, eines ist allen Graukarten gemeinsam - sie reflektieren etwa 18% (17,68%) des einfallenden Lichtes. Damit sie das unabhängig von der Lichtquelle können, sind sie auf eine besondere Art beschichtet. Auf Einzelheiten zur Metamerie freien Beschichtung möchten wir aber nicht eingehen, da uns das in der Praxis nicht weiter hilft und wir selbst auch nicht über genügend Fachwissen verfügen. Wichtig ist nur zu wissen, dass ein klein bisschen graue Pappe das NICHT leisten kann. Bei hellem Tageslicht mag es ja gehen, aber bei Kunstlicht versagt die Pappe.

 

Nun zur Praxis. Nehmen wir mal an, die Lichtverhältnisse sind nicht ganz eindeutig und wir entscheiden uns, die Einstellung manuell vorzunehmen. Hochtrabend kann man auch sagen, wir kalibrieren die Kamera selbst auf die Farbtemperatur unseres Motives, um ein gleich gutes Ergebnis wie bei der rechten Lilie zu erreichen.
 

Weißabgleich Vergleich


Wie hilft uns denn unserer Graukarte, einen Weißabgleich der Kamera vor zu nehmen. Keine Angst, es ist ganz einfach. Wir machen ein Bild von der Graukarte und sagen der Kamera, dass sie dieses Bild für den Weißabgleich benutzen soll. Das ist alles. Solltet ihr so wie wir noch alte Kameras ohne Spracheingabe haben, geht ihr in folgenden Schritten vor:

1. im (Schnell-) Menu den Punkt manueller Weißabgleich auswählen (kann auch später gemacht werden, muss aber vor Punkt 4 erfolgen)
2. die richtige Kombination aus Blende und Zeit für das Bild einstellen (ob Av, Tv, M oder Automatik ist egal). Wenn ihr mit Blitz fotografieren wollt, muss auch das Bild der Karte mit Blitz gemacht werden.
3. ein korrekt belichtetes Bild von der Karte machen und dabei folgendes beachten:
    a) Karte an oder vor das Motiv stellen/ halten
    b) aus der gleichen Richtung fotografieren, aus der ihr später euer Motiv ablichten möchtet
    c) die Graukarte möglichst formatfüllend fotografieren; sie nimmt das ganze Bild ein
    d) Autofokus kann/ sollte abgeschaltet sein, da die Kamera wegen fehlender Kontraste auf der Karte wahrscheinlich nicht automatisch scharf stellen kann und deshalb nicht auslösen wird
   e) das Bild der Graukarte muss NICHT scharf sein; ein diffuses/ unscharfes Bild reicht, da es nur um die Farbe/ Farbtemperatur geht
4. an der Kamera die Einstellung "Custom WB" auswählen. Das führt dazu, dass die Kamera das zuletzt gemachte Bild anzeigt und fragt, ob dieses Bild für den Weißabgleich benutzt werden soll. Einfach mit OK/ SET bestätigen und das war es dann. Die Kamera ist jetzt auf diese Lichtsituation kalibriert.

Wenn ihr das 1 oder 2 mal gemacht habt, merkt ihr, dass es in einer Minute zu machen ist und natürlich tolle Ergebnisse liefert. Die Kosten für eine Graukarte liegen übrigens bei unter 10 € für die einfache Kunststoffkarte. Faltbare Ausführungen kosten je nach Größe 15 bis 20 €.

Natürlich kann man den Weißabgleich auch nach dem Shooting am PC machen, das dürfte aber nicht so genau sein und kostet mehr Zeit. Und außerdem kann man die Graukarte auch für die Belichtungsmessung einsetzen....aber das erzählen wir ein anderes Mal.

Wie immer viel Spaß beim Ausprobieren und gutes Gelingen für eure Bilder.

Der richtige Weißabgleich Teil 1
Dez
29

Das Thema Weißabgleich hatten wir schon einmal in den Artikeln zu den Halbautomatiken erwähnt, aber aufgrund seiner Bedeutung einen gesonderten Artikel dafür angekündigt. Nicht nur die Bedeutung fordert einen eigenen Beitrag sondern auch die Komplexität des Themas. Es ist so umfangreich, dass wir es auf 2 Artikel verteilen werden.

Beginnen wir aber erst einmal damit zu erklären, was ein Weißabgleich überhaupt ist und wozu man ihn braucht.
 

Was ist ein Weißabgleich

In einfachen Worten ausgedrückt ist es nichts anderes als die Anpassung der Bildfarbe an die gegebenen Lichtverhältnisse. Es geht also um die Farben im Bild!  Wie werden die Farben von der Kamera dargestellt!

In der Kamera sitzt ein Computer und Computer sind bekanntlich blöd. Woher soll er wissen, wie weiß oder grün oder was auch immer unter gegebenen Lichtverhältnissen aussieht oder aussehen soll. Genau darum geht es beim Weißabgleich.

Die Farbtemperatur misst man in Grad Kelvin (K). Tageslicht hat ca. 5.400 bis 5.800 K (nicht Schatten, nicht Dämmerung). Im Schatten sind es etwa 7.000 K, Wolken etwa 6.000K. Eine alte Glühlampe bringt es auf etwa 3.000 bis 3.500 K, Leuchtstoffröhren auf 4.000 K, Beide wirken für das menschliche Auge warm, obwohl sie physikalisch kälter sind als die kalt wirkenden Blautöne unter Bäumen (7.000 bis 10.000 K). Bei LED Lampen ist es schwer eine Aussage zu machen, da man sie als Warmton- oder auch Tageslichtlampen kaufen kann. Blitzlicht hat in etwa die Temperatur von hellem Tageslicht, also etwa 5.600 K.
 

Meine Kamera macht das automatisch !

....sagt der Mann hinter der Kamera. Oh ja, "Irre sind männlich", sagt meine bessere Hälfte bei solchen Gelegenheiten. Häufig geht das mit der Automatik gut, aber halt nicht immer. Wir verraten euch natürlich, woran das liegt. Das ist auch nicht schwer, wenn wir uns einmal anschauen, wie Kameras in der Einstellung "Automatischer Weißabgleich" das anstellen.

Möglichkeit 1: Die Kamera nimmt an, dass die größten hellen Flächen weiß sind, oder zumindest neutralgrau und richtet die anderen Farben daran aus. Ist das in einem Bild der Fall ist das Ergebnis meist recht gut. Blöd nur, wenn es keine größeren Flächen dieser Art gibt.
Möglichkeit 2: Erkennt die Kamera, dass es keine größeren Flächen mit den geforderten Eigenschaften gibt, versucht sie es mit einer Mischung der Farben. Sie nimmt an, dass im Bild alle Farben vorkommen und ermittelt über einen Algorithmus den Weißpunkt.

Wir möchten das nicht schlecht reden! Das sind tolle Ideen und es funktioniert auch häufig. Aber es hat eben seine Grenzen. Und wenn die überschritten werden, kann das Ergebnis eben verfälscht werden.

 

Weißabgleich Vergleich

                                                                                  (Bild von Fg2, gemeinfrei)

Das rechte der beiden Bilder gibt die Farben naturgetreu wieder. Beim linken ist die Kameraautomatik zu einem falschen Ergebnis gekommen, da das Original kein Blau enthält. Die Kamera hat aber  in der Annahme "alle Farben kommen vor" blau dazu gemischt. Das Ergebnis: das linke Bild hat einen deutlichen Blaustich (ist nach blau verschoben).

Wir werden dieser Aufnahme im nächsten Artikel (Weißabgleich Teil 2) übrigens wieder begegnen, wenn wir erklären, wie man zu einer korrekten Farbwiedergabe kommt.

Die Automatiken versagen übrigens auch bei schlechtem Licht, also in der Dämmerung oder bei Extremsituationen wie Schnee. Kameras bzw. die Computer können es eben mit der Kombi aus menschlichem Auge und Gehirn nicht aufnehmen.

 

Hilfestellung für die Kamera durch den Fotografen

Den Herstellern sind die Grenzen der Automatiken durchaus bewusst. Deshalb bieten sie auch andere Lösungen an. Die muss der Fotograf aber gezielt einsetzen, sprich auswählen. Die Rede ist von vordefinierten Werten für den Weißabgleich in häufig vorkommenden Situationen. Bei Spiegelreflexkameras finden wir diese Einstellmöglichkeiten im Menü oder auch den Schnelleinstellungen.

Weißabgleich Kameraeinstellung


Die verschiedenen Symbole bedeuten von links nach rechts:

AWB: bedeutet Automatic White Balance; also Automatischer Weißbildabgleich durch die Kamera

Sonnensymbol: Aufnahmen bei Sonnenlicht (Motiv ist in der Sonne)

Haus mit Schatten: Aufnahmen im Schatten (bei Sonnenlicht). Dies gilt nicht nur für Häuserschatten, sondern für fast alle Arten von Schatten, sofern die Farbtemperatur dabei nicht beeinflusst wird. Sie gilt NICHT für Schatten unter Bäumen, da durch das Chlorophyll die Farbtemperatur um mehrere tausend Grad erhöht sein kann.

Wolke: bewölkter Himmel

Glühbirne: Kunstlicht durch Glühlampen

Leuchtstoffröhre: Kunstlicht durch Neonröhren

Blitz: Verwendung von Blitzlicht (entspricht in etwa hellem Tageslicht)

Manuell: bis heute ist mir nicht klar, was in dem Viereck dargestellt sein soll. Jedenfalls handelt es sich um die Einstellung MANUELL. D.h., der Fotograf führt den Weißabgleich manuell durch. An dem Kästchen um das Symbol erkennt man, dass diese Einstellung derzeit ausgewählt ist. 

K: K steht für Grad Kelvin. Fotografen nutzen das häufiger im Studio, da sie die Farbtemperatur ihrer Blitzanlage kennen. Es gibt auch Messgeräte, die die Farbtemperatur in Kelvin anzeigen. Diesen Wert kann man bei Auswahl dieses Symbols dann direkt in der Kamera eingeben. Natürlich kann man auch anstelle eines der Symbole den entsprechenden Wert in Kelvin eingeben, wenn man ihn kennt.

 

Hinweis

wie ein manueller Weißabgleich durchgeführt wird, besprechen wir in einem separaten Artikel (Weißabgleich Teil 2) im nächsten Jahr. Vom Schätzen der Farbtemperatur raten wir ab. Die Methode ist zwar unheimlich schnell, aber auch eine typische Managemententscheidung: "kurz - prägnant - und falsch!"

 

Alles Gute für 2018

Dem Team von Sarah Kastner Fotografie bleibt an dieser Stelle nur noch, euch allen viel Spaß beim Probieren und Fotografieren zu wünschen. Und natürlich alles Gute für das Jahr 2018. Bleibt gesund und genießt das Leben.

Der goldene Schnitt bzw. Die Drittel-Regel
Dez
15

Heute wollen wir etwas zu dem Thema Bildgestaltung am Beispiel von Porträts sagen. Angeregt wurden wir von Bildern, die von vielen von uns so gemacht wurden, als wir mit dem Fotografieren begonnen haben. Bei den ersten beiden Bildbeispielen haben wir den Hinweis aus unserem Leserkreis aufgenommen, doch bitte nicht immer so "super tolle Bilder" als Beispiel zu nutzen. Etwas einfacher gestalten, insbesondere um Fehler besser zu veranschaulichen. Vielen Dank in diesem Zusammenhang an Christian R. aus Sulzbach am Taunus für diesen Hinweis.

Zurück zum Thema: Freundin, Freund oder Oma sind zu Besuch und man muss doch mal die Künste mit der neuen Spiegelreflex vorführen. Fokussieren und abdrücken! Na, sieht das nicht toll aus?

Bildausschnitt Negativbeispiel


Hmm! Neee! Nicht so wirklich! Das Modell ist zwar bildhübsch, die Aufnahme ist richtig belichtet.....und trotzdem wirkt es nicht so ganz toll. Es fehlt schlichtweg der Pepp! Ein recht ordentliches Anfängerbild eben. Wo liegt der Unterschied zu einem besseren bzw. guten Bild? Einfache Antwort...an der Bildgestaltung bzw. dem Bildaufbau. Um das Modell herum ist zu viel Platz, nach rechts und links und vor allem auch nach oben. Solche Bilder kennen wir wohl alle und haben wir alle schon selbst gemacht. Außerdem steht das Modell frontal zur Kamera. Da kommen Assoziationen wie "Wanted - Dead or Alive". Fehlt nur noch das Schild mit dem Namen und der Sträflingsnummer!

Bleibt zu klären, wo wir das Modell "hinstellen" und auch wie. Dazu ein paar einfache Tipps.
1. das Modell muss nicht in der Mitte stehen, es kann nach rechts oder links rücken
2. nutzt den Raum nach oben, also die Höhe, die euch zur Verfügung steht
3. nutzt die Drittelregel

Um diese einfachen Punkte erläutern zu können, hat Latizia die Fotografenkollegin Eva noch einmal abgelichtet.

richtiger Bildausschnitt


Eva ist scheinbar nach rechts gerückt. Um zu veranschaulichen, wie weit genau, haben wir Hilfslinien eingefügt, die das Bild in Höhe und Breite dritteln. Natürlich ist nicht Eva gerückt, sondern Latizia hat die Kamera so geschwenkt, dass der entsprechende Bildausschnitt zustande kam. Dabei wurde das rechte Auge horizontal und vertikal auf eine Drittellinie gesetzt. Vertikal natürlich auf die obere, damit die Bildhöhe ausgenutzt wird.

Die Drittellinien sind eine Näherung an den Goldenen Schnitt aus der Mathematik, mit dem schon die alten Griechen Harmonie in Bildern und bei Gebäuden erzeugt haben. Die genaue Herleitung ist zwar nicht schwierig, hilft aber in der Praxis nicht weiter. Deshalb lassen wir sie weg.

Tipp 1: Solche Hilfslinien kann man bei den meisten Spiegelreflexkameras im Sucher bzw. Display einblenden lassen!

Tipp 2: auf den ersten Blick fällt es vielleicht nicht jedem auf...aber unser Modell Eva hat den Oberkörper leicht gedreht, um nicht frontal zur Kamera zu stehen. Natürlich nach links - zur "offenen Seite". Schaut zum Vergleich noch einmal auf das erste Bild ganz oben.

Und hier noch ein etwas anderes Beispiel zum gleichen Thema. Die zuvor beschriebene Art der Bildgestaltung ist kein Naturgesetz. Es geht auch etwas anders. Einige Kolleginnen im Team von Sarah Kastner Fotografie finden es  am harmonischsten, wenn sich die Augen einer Person nur auf der oberen Drittellinie des Bildes befinden (also nicht auch noch rechts oder links genau im Drittel). Obere Drittellinie geht auch dann, wenn dabei vielleicht der Kopf angeschnitten wird. Das ist nicht weiter dramatisch. Ihr solltet aber aufpassen, dass ihr eurer Person immer genug „Hals“ gebt, d.h. das Kinn sollte nicht zu nah am unterem Bildrand sein. Wie beim vorherigen Bild sieht es meistens schöner aus, wenn ihr auch Luft in die Richtung lasst, in die die Person gedreht ist, also in Blickrichtung.

Anwendungsbeispiel


Bei unserem letzten Beispiel haben wir wiederum mit Hilfe der Linien die Drittel markiert.  Auf dem Bild sind die Augen unseres Models Dini auf der oberen Drittellinie - Dini ist aber nicht an den Rand gerückt. Also - auch der "einfache" goldene Schnitt führt zu schönen Resultaten.

Aber nicht nur bei Bildern von Personen sieht das gut aus. Habt ihr schon mal Aufnahmen vom Meer mit etwas Himmel gemacht. Auch hier sollte man den Horizont, also den Übergang von Meer zu Himmel, nicht genau in die Mitte legen. Das ist meist total langweilig. Legt den Übergang in die Nähe der oberen oder unteren Drittellinie. Damit erzielt ihr einen ganz besonderen Effekt ohne großen Aufwand.

Das Team von Sarah Kastner Fotografie wünscht allen viel Spaß beim Ausprobieren.

Abstand vom Hintergrund - Schärfentiefe in der Praxis genutzt
Nov
24

Zunächst einmal der Hinweis, dass die Begriffe Schärfentiefe und Tiefenschärfe mittlerweile synonym benutzt werden. Wichtig ist nur, dass alle wissen, was gemeint ist. Für die, die es ganz genau wissen wollen...wirklich korrekt ist übrigens nur der erste, da es sich um eine Strecke handelt, die in Metern (oder cm) gemessen werden kann und das geht nur bei einer Tiefe.


 Wie fotografiert ihr euer Fotomodell vor einem Hintergrund, den ihr euch gesucht habt? Zum Beispiel habt ihr eine tolle Steinmauer gefunden, die ihr nutzen möchtet. Die meisten werden die Person wahrscheinlich erst einmal direkt dran stellen. Nun habt ihr das Problem, dass die Person und auch die Steinmauer selbst bei nahezu offener Blende (kleine Blendenzahl) im Schärfebereich liegen. Die Steinstruktur ist zwar schön, lenkt aber von eurem Modell ab, wie ihr im nachfolgenden Bild leicht feststellen könnt.
 

seitlich an Wand stehend



Wie lösen wir das Problem am besten? Da ihr alle die Überschrift gelesen habt, kennt ihr sicherlich auch die Antwort. "Wir müssen die Steinstruktur in die Unschärfe bringen." Da eine Blendenkorrektur nicht viel bringt (hier wurde schon mit Blende 4 fotografiert), müsst ihr den Abstand von Modell und Hintergrund anpassen, sofern das möglich ist. Stellt euer Modell mit 2 Metern Abstand vor die Wand und probiert es noch einmal.
 

mit Abstand zur Wand


Jetzt hebt sich unsere Fotografin Pia, die sich hier einmal als Modell zur Verfügung gestellt hat, deutlich mehr vom Hintergrund ab. Wenn ihr den Abstand noch größer wählt bzw. auch platzbedingt wählen könnt, wird die Mauer noch mehr in der Unschärfe versinken.

Was aber tun, wenn kein Platz ist, und die Person direkt an der Wand stehen muss? Dann gibt es noch eine andere Option. Hier zuerst einmal das entsprechende Bild dazu.

 

direkt an Wand stehend



Nutzt die Flucht der Steinwand und fotografiert seitlich an der Wand entlang. Öffnet die Blende und geht so nahe wie sinnvoll möglich an das Modell heran Die Tiefe im Bild bringt Spannung mit sich und das Modell kann trotzdem lässig an der Wand lehnen. Die Wand hinter dem Modell wird unscharf. Sinnvoll heißt hierbei, dass ihr 1. nicht in den Weitwinkelbereich abrutschen solltet, da dadurch schnell Verzerrungen auftreten können. 2. wird euch die Naheinstellgrenze eures Objektivs ebenfalls Grenzen auferlegen und 3. wollt ihr auch einen bestimmten Bildausschnitt zeigen.
 

Profiwissen

Schärfentiefe nennt man den Bereich in einem Bild, in dem das Motiv (hinlänglich) scharf abgebildet wird. Dabei bedeutet "tief" die Tiefe des Raumes in Richtung "weg von der Linse". Den Bereich misst man z.B. in cm oder Metern wie eine Länge, Breite oder hier TIEFE. Er ist abhängig von der Brennweite des Objektivs und der Entfernung, wobei die Entfernung deutlich stärker wirkt als die Brennweite.

Außerdem ist die 1/3 : 2/3 Regel zu beachten. Die bedeutet folgendes. Angenommen der Bereich der Schärfentiefe ist 1 m groß/ lang/ tief. Dann liegen 1/3 (etwa 33 cm) des Schärfebereiches vor dem anvisierten Ziel und 2/3 (ca. 67 cm) dahinter.

 

Anwendung des Profiwissens

Macht ihr ein Gruppenfoto, in dem sich Personen in 4 hintereinander liegenden Reihen aufgestellt haben (typisches Klassenfoto), dann bitte auf die 2. Reihe scharf stellen - gewusst wie!!!

Wir hoffen, die Informationen sind hilfreich für viele interessante Bilder.

Große Pixelanzahl = gute Kamera ? Worauf schauen die Profis?
Nov
10

Leider ist es weit verbreitet, dass es beim Kamerakauf vor allem um die Pixelanzahl geht. Doch das ist schlichtweg falsch! Zunächst einmal ein paar Worte dazu, weshalb diese weit verbreitete Annahme in dieser Einfachheit nicht stimmt.

Die Größe des Sensors spielt eine entscheidende Rolle. Auf dieser Fläche müssen nämlich die ganzen Pixel verteilt werden. Ob man zum Beispiel 1000 Pixel auf einem kleinen oder großen Sensor verteilt, macht einen immensen Unterschied: Bei einem großen Sensor kann jedes Pixel deutlich größer sein, denn es hat schlichtweg mehr Platz als bei einem kleinen Sensor. Das Endergebnis ist eine deutlich bessere Bildqualität bei der Kamera mit dem großen Sensor. Wenn zu viele Pixel auf einen kleinen Sensor gequetscht werden, dann kommt es z.B. schneller zu Farbabweichungen auf euren Bildern. Lasst euch also beim Kamerakauf nicht einfach nur von der Pixelanzahl blenden! Das Gesamtpaket muss stimmen. Gute, lichtstarke Objektive sind z.B. wichtiger als ein paar Millionen Pixel mehr.

Schauen wir uns doch einmal an, womit heute fotografiert wird. Zur Verdeutlichung hat unsere Praktikantin Latizia ein paar Bilder für Euch geschossen. Zum einen haben wir da solche Dinge wie Mobiltelefone, Tablet-PCs oder auch einfache Kameras.
 

Kameraequipment Hobby

 
Im vorstehenden Bild sind das ein Iphone und ein IPad. Ausgestattet mit kleinen Kameras, die ganz passable Bilder machen. Aber das auch nur in Standardsituationen. An der Stelle wollen wir keinesfalls vergessen, dass selbstverständlich auch andere Hersteller  vergleichbare Telefone und Tablets anbieten. Samsung, Sony, Huawei, Panasonic und und und .....alles gute Geräte. Aber eben Telefone oder Computer die nebenbei auch (einfache) Fotos machen können.

An die mit abgebildete Canon Powershot A460 mit ihren zahlreichen Funktionen und Einstellmöglichkeiten reichen Handykameras bei weitem nicht heran. Dabei ist dieses Modell schon einige Jahre alt. Die neuere Generation, wiederum gleichgültig welcher Hersteller, sind den Telefonkameras immer noch um Meilen voraus. Allerdings muss man die Möglichkeiten auch zu nutzen wissen. Im Gegensatz zu den Telefonkameras kann man bei dieser Art von Kameras selbst die Blende, Zeit, ISO einstellen und so die Bildeffekte kontrollieren.

In einer ganz anderen Liga spielen die Profigeräte, die meist nur von Berufsfotografen und ambitionierten Hobbyfotografen genutzt werden. Gemeint sind die Topmodelle bei den Spiegelreflexkameras. Besonders beliebt sind hierbei die Marken Canon und Nikon. Das Team von Sarah Kastner Fotografie arbeitet mit Vollformatkameras von Canon. Danke wieder an Latizia, die auch hiervon mal ein Bild geschossen hat. Die Gehäuse sehen gleich aus, der Unterschied liegt im Inneren.

Kameraquipment Profi


Alles Canon EOS 5d - von links nach rechts Mark II, Mark III und Mark IV. Die neueste Mark IV kostet dabei schon um die 4.000 € - wohlgemerkt ohne Objektive. Nicht abgebildet ist die 50d, mit der die Aufnahme gemacht wurde. Sie gehört zu den Cropkameras (Crop 1,6) und gilt als semiprofessionelle Kamera (Halbprofi).

Die Gretchenfrage....haben diese Profigeräte jetzt ganz viel mehr Pixel als andere Kameras? Klare Antwort - NEIN ! So etwa 20 - 30 Millionen Pixel sind heute zwar üblich. Aber aufgepasst. Hat die Canon  Mark IV 30 Megapixel, so hat die Canon High End Kamera EOS 1d Mark IV nur 16 Mio Pixel. Ein klares Zeichen dafür, dass viele Pixel nicht das Maß der Dinge sind.
 

Also worauf legen die Profis Wert, wenn sie sich eine Kamera kaufen.

1. Es kommen nur Spiegelreflex in Frage (Mittel- und Großformatkameras lassen wir mal außen vor). Der Grund: die Profis möchten situationsabhängig unterschiedliche Objektive verwenden können. Wechselobjektive sind gemeint. Außerdem wollen sie die Zeit und Blendenkombination selbst bestimmen und keiner Automatik überlassen. Aufgrund der Ansprüche an die Bildqualität reden wir hier bevorzugt von Vollformatkameras (Crop=1).

2. Canon und Nikon haben nach unserem Kenntnisstand bei den (Profi-) Spiegelreflex bei den Verkaufszahlen die Nase vorn. Wir sind der Meinung, dass dies u.a. an dem überaus reichhaltigen Zubehör liegt, das man für diese Systeme bekommt. Viele verschiedene Objektive in erstklassiger Qualität sind nur ein Beispiel.
Ob Canon oder Nikon ist Geschmacksache, beides sind tolle Systeme. Auch andere Hersteller bauen gute Kameras. Meist ist dort jedoch die Auswahl an Zubehör eingeschränkt oder aber teuer.  

3. Ob eine EOS 50d, 5d oder 1d liegt am Verwendungszweck. Die 5d (oder eine vergleichbare Kamera von NIkon) ist eine klassische Studiokamera. Sie gehört wie die 1d zu den Vollformatkameras, was gegenüber den hochwertigen Cropkameras (z.B. 50, 60, 70d) Vorteile bei der Schärfentiefe und Bildqualität bietet. Die 1d Mark x haben z.B. Vorteile für Sport oder Tierfotografie. Bei Sportaufnahmen will der Fotograf häufig sehr schnelle Bildfolgen machen (viele Bilder ganz schnell hintereinander). Noch dazu nicht nur 4 oder 5 Bilder hintereinander, sondern vielleicht 10 oder 20. Also braucht die Kamera einen schnellen und auch großen Zwischenspeicher für diese hochauflösenden Aufnahmen, die jeweils 20 oder 30 MB haben können. Eine Studiokamera muss das nicht können. Die Modelle laufen in der Regel nicht weg - wenn doch, liegt das meist nicht an der Kamera.

4. Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Rauschverhalten der Kamera. Sportaufnahmen in der Halle bei schlechtem Licht.....das Rauschverhalten ist hier extrem wichtig. Ab welcher ISO werden die Bilder pixelig. Handys etc. schneiden wegen des extrem kleinen Sensors hier besonders schlecht ab. Von preiswerten Spiegelreflex darf man zwar mehr, aber auch keine Wunder erwarten. Die Profikameras spielen auch hier in einer anderen Liga, was auch Aufnahmen bei schlechten Lichtbedingungen erlaubt.

5. Guter Service ist für einen Berufsfotografen ebenfalls wichtig, sollte die Kamera mal den Geist aufgeben. Hier hatte Nikon lange die Nase vorn, mittlerweile hat Canon nachgezogen und beide Hersteller dürften hier fast gleich auf liegen.

6. Wir wollen den Punkt Verfügbarkeit von sehr guten Objektiven noch einmal aufgreifen und ergänzen mit "zu vernünftigen Preisen". Hier sind die beiden genannten Hersteller allen anderen deutlich überlegen. Etliche Fremdhersteller (z.B. Sigma, Tamron, Tokina, .....) bauen auch Objektive, die kompatibel zu den Systemen von Canon und Nikon sind. Das hat die Preise gedrückt und zum anderen das Objektivangebot deutlich erhöht. Gemeint sind Spitzenobjektive mit hoher Lichtstärke. Und hier sowohl Festbrennweiten als auch Zoomobjektive.

Die Aufzählung ist zwar nicht vollständig aber gibt doch einen guten Überblick. 

Und da Weihnachten vor der Tür steht, noch ein Tipp - natürlich nur unsere persönliche Einschätzung. Jemand, der nur mit Programmautomatik fotografiert und auch keine Objektive wechseln will, benötigt keine Spiegelreflex. Der ist bei den sogenannten Bridgekameras bestens aufgehoben. Und wer dann doch zur Spiegelreflex greift, muss nicht zwangsläufig bei Canon oder Nikon landen. Wie gesagt, auch andere bauen gute Kameras. 
 
 

Tipp für die Technikfreaks: Lichtstärke ist das Maß für die "maximale Blendenöffnung eines Objektivs". Also z.B. 4,0, besser noch 2.8, 2,0 oder gar 1,4.

Die Lichtstärke ist bauartbedingt!

Faustformel: Je höher die Lichtstärke, desto teurer das Objektiv!

Raus aus der Mitte
Okt
27

Wir setzen mehr oder weniger automatisch unser Foto-Motiv in die Bildmitte. Dann weiß jeder Betrachter direkt was uns wichtig war. Aber es ist auf Dauer auch langweilig! Geht mal raus aus der Mitte – lasst Platz an der Seite, platziert euer Motiv an den Bildrand, schneidet es auch gerne mal an.

Das bedarf etwas Übung aber nach einiger Zeit werdet ihr feststellen, dass es viel spannender sein kann. Ihr müsst allerdings dabei beachten, dass ihr nicht etwas anderes aus Versehen auf eurem Bild mitbetont. Das kann dadurch passieren, dass ein Objekt im Hintergrund durch das „Platz lassen“ auf einmal Raum und somit Gewichtung gewinnt. Oft empfiehlt es sich, mit viel Unschärfe zu arbeiten. Das nun unscharfe Detail im Hintergrund wird keine bzw. deutlich weniger Gewichtung in eurem Bild erhalten.

Bildausschnitt mittig

 

Bitte beachtet, dass es uns bei diesem Artikel NICHT um den "Goldenen Schnitt" geht, den wir als besonderes Gestaltungsmerkmal schon einmal beschrieben hatten. Natürlich kann man diese Regel beachten, aber sie ist ja kein fotografisches oder gar physikalisches Gesetz. Wo genau das Opfer platziert wird ist letztendlich jedem selbst überlassen.

Bildausschnitt seitlich

 

Fotos: Sarah Kastner Fotografie


Das vorstehende Bild unseres Modells Lily unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum vom oberen. Lily ist einfach etwas näher am Rand - aufgrund der Drehung ihres Oberkörpers selbstverständlich näher am linken. Wenn ihr euch aber vorstellt, dass ihr vielleicht 5, 10 oder noch mehr Bilder macht, tut diese Abwechslung einfach gut.  

Viel Spaß beim Probieren wünscht das Team von Sarah Kastner Fotografie.

Wie erzeuge ich den Sterneneffekt mit Lichtern?
Okt
20

Als ich (Sarah) mit der Fotografie angefangen habe, war eine meiner ersten Fragen, wie ich den Sterneffekt hinbekomme, vor allem bei Nachtbildern. Gemeint sind hierbei nicht die Sterne am Himmel, sondern helle Lichter "sternförmig" erscheinen zu lassen.

Es hat sich heraus gestellt, dass das Ganze nur eine technische Einstellungssache und sehr leicht zu realisieren ist. Vorweg schon mal einen Tipp: Je weiter eure Blende geschlossen ist, desto besser ist der Effekt zu erkennen.

Lichter? Am Abend? Blende geschlossen? Da gehen doch alle Warnlampen an, was die Belichtungszeit betrifft. Wenn ihr die Blende soweit es geht schließt, dann passiert es sehr schnell, dass eure Belichtungszeit zu lang wird, um euer Foto aus der Hand schießen zu können. Lösung: ihr benötigt ein Stativ. Da ich meist keine Lust habe, ein Stativ mitzuschleppen, habe ich eine tolle Lösung für mich gefunden: MiniStative, die in jede kleine Tasche passen.

Ich bin sehr happy mit diesem hier:
Manfrotto MTPIXIEVO-BK Pixi Evo Mini-Stativ (2 Segmente)

 

Manfrotto bietet mit dem MTPIXI-B PIXI Tischstativ für Compact System Kameras auch noch eine günstigere Alternative an, diese kann man aber nicht "ausfahren":

 

Hier findet ihr ein paar Urlaubsbilder von mir mit den beschriebenen Sterneffekten. Die meisten davon mit Mini-Stativ fotografiert.

Sterneffekt bei Nacht

 

Las Vegas bei Nacht

 

Strand in Kapstadt

 

Bazar in China, Nachtaufnahme

 

Dämmerungsfoto in den USA

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Anwendungsbeispiel: Schärfe-Unschärfe im Bild
Okt
13

Eines der meist eingesetzten Stilmittel in der Fotografie ist das Setzen der Schärfe auf einen bestimmten Bildteil, der dem Betrachter ins Auge stechen soll. Vor allem unschöne Hintergründe kann man durch Unschärfe abmildern oder auch Personen unkenntlich machen. Wir haben unseren Besuch auf einer Hängebrücke mal für ein Anwendungsbeispiel genutzt - seht selbst.

 

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Eine kleine Gedächtnisstütze
Die Schärfentiefe wird im wesentlichen durch zwei Größen beeinflusst:
1. der Entfernung vom Modell bzw. vom aufzunehmenden Objekt
und
2. der Blende: je weiter die Blende geöffnet ist (kleine Blendenzahl), desto geringer die Schärfentiefe. Der Einfluss der Entfernung ist dabei sehr viel größer als der der Blende.

 

Weiches vs. Hartes Licht
Okt
06

Habt ihr schon einmal auf die Wirkung des Lichtes in den Gesichtern geachtet?

Wir unterscheiden zwischen weichem und hartem Licht. Natürlich gibt es auch etwas dazwischen - die Übergänge sind fließend.

 

Das Sonnenlicht ist das härteste Licht, das uns üblicherweise begegnet. Das liegt daran, dass die Sonne so weit weg ist. Durch die große Entfernung ergibt sich eine sehr kleine Lichtquelle, die die Konturen scharfen abzeichnet. Zum Testen haltet einmal im Sonnenlicht eine Hand etwa 10 cm vor eine Wand. 

 

Je näher unsere Lichtquelle ist, desto größer ist sie auch (wir gehen mal von verschiedenen Lichtquellen aus, die aber die gleiche Größe haben). Je näher unsere Lichtquelle ist desto mehr leuchtet sie auch alle Partien unseres Gesichtes aus, d.h. wir haben wenig Schattenbildung. Auch das könnt ihr am Schattenwurf einer Hand vor einer Wand testen.

 

Da das mit dem Sonnenlicht derzeit ein bisschen problematisch ist, hast sich unsere Praktikantin Latizia einmal die Mühe gemacht, das Ganze auf einfache Weise im Studio zu verdeutlichen. Um die Schatten darzustellen, hat sie einen Belichtungsmesser gewählt, da er gerade Kanten hat. Hier kann man die Schatten leichter als in Gesichtern beurteilen.

hartes Licht


 

 

Im nebenstehenden Bild sind die Schatten ganz klar begrenzt - man nennt Licht, das solche klaren Übergänge schafft "hartes Licht. Harte Schatten treten auf, wenn die Lichtquelle weit entfernt ist und kaum Licht hinter das Objekt fällt.

 

 

 


Schauen wir einmal, was passiert, wenn wir die Lichtquelle näher zum Objekt bewegen. Latizia hat als Lichtquelle eine Softbox von 80 cm x 60 cm benutzt.

weiches Licht

Bei dieser Aufnahme haben die Schatten keine klare Grenzen. Der Übergang von Schatten zur hellen Wand ist fließend. 


Ein klarer Hinweis auf "weiches Licht". Das Licht von der nahe stehenden Softbox fällt teilweise auch hinter den Belichtungsmesser und weicht die Schatten auf. Mit diesem Wissen können wir jetzt auch die nachfolgenden Aufnahmen besser beurteilen. Wie hart oder weich eine Lichtquelle ist, könnt ihr auch hier an den Schatten erkennen.  

Beautyfoto mit hartem Licht

Wenn eure Schatten eine harte Kante haben, ist auch das Licht sehr hart. Ihr seht es an unserem ersten Beispielfoto: Die Nase wirft einen harten Schatten. Auch die Schatten auf der Schulterpartie links weisen klare Kanten auf.


Die Augenpartie wurde mit einem Aufheller entschärft, da Schlagschatten in den Augen nicht gut aussehen.

Fotos: Sarah Kastner Fotografie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beautyfoto mit weichem Licht

Bei unserem zweiten Beispielbild haben wir kaum Schatten und die, die wir haben, sind sehr weich. Zum Beispiel der Schatten auf der Wange hat einen ganz soften Übergang. Hier haben wir weiches Licht. 
Dies erklärt warum Portraits im Sonnenlicht meist unschön sind.

 

Bei direktem Sonnenlicht treten immer harte Schatten auf. Wie ihr in einem unserer vorherigen Artikeln gelernt habt, könnt ihr bei hartem Licht einen Reflektor einsetzen, um die dunklen Schatten etwas aufzuhellen und weicher zu gestalten... dabei habt ihr aber ein Problem: Das Licht wird noch intensiver durch die Reflektion und euer Model kann die Augen erst recht nicht offen halten.

Deswegen ist es von Vorteil wenn ihr z.B. in der Mittagssonne Fotos machen möchtet oder müsst, euch ein schönes Plätzchen im Schatten zu suchen. Dort befindet ihr euch im "indirekten" Licht. Das erzeugt viel weicheres Licht in den Gesichtern. Ein Reflektor kann trotzdem noch zur Optimierung eingesetzt werden.

 

Noch einfacher ist es bei bewölktem Himmel, denn dann habt ihr nicht die Sonne als Lichtquelle, sondern den ganzen Himmel mit den Wolken. Ihr habt also eine riesige, weiche Lichtquelle. Die Wolken soften das Sonnenlicht ab, indem sie es in alle Richtungen streuen.  Die Konsequenz für euch: schönes, weiches Licht mit wenig Schattenbildung in dem Gesicht eures Models.