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Improvisation: Einen Reflektor selbst bauen (mit Video)
Sep
29

Ist das euch auch schon passiert? Ihr seid an einem tollen Ort und ihr wollt oder müsst mehr oder minder spontan shooten.  Aber es fehlt euch was? So ging es uns bei einem Aufenthalt im Allgäu. Aus Gewohnheit ist eine Kamera dabei - gibt ja im Allgäu viel zu sehen.

Aber dann sollte ganz spontan ein Shooting gemacht werden. Problem - wir hatten (natürlich) keinen Reflektor dabei, weil auf der Reise eben kein Peopleshooting geplant war. Aber mit etwas Kreativität gibt es auch hierfür eine Lösung. Schaut selbst:

Wie ihr gesehen habt, sind keine großen Handwerkskünste von Nöten. Und der Reflektor Marke Eigenbau funktioniert auch tadellos. Wer also einen funktionstüchtigen Reflektor für kleines Geld zu Hause braucht.....ab in den Baumarkt und schon habt ihr einen.

Mehr Videos gibt es direkt in unserem YouTube-Kanal, klickt mal rein.


Euer Team von Sarah Kastner Fotografie.

VORHER vs. NACHHER durch Bildbearbeitung
Sep
22

Heute möchten wir euch mal ein paar Schritte in der Bildbearbeitung zeigen, damit ihr grob einschätzen könnt, wie wir zu einem bearbeiteten Endergebnis kommen. So zu sagen, ein Blick hinter die Kulissen.

Als Beispiel dient uns ein Outdoorbild von der schwangeren Kathi. Beim Fotografieren haben wir eine Location gesucht, wo wir hohe Gräser mit ein paar vertrockneten Blüten haben durch die wir hindurch fotografieren können.

Rohaufnahme vor der BildbearbeitungDer braune Farbton hat uns gut gefallen, aber das grüne Gras hat uns zu sehr von Kathi abgelenkt.

(Aufnahmen Sarah Kastner Fotografie)

Daher haben wir das Grün umgefärbt, dadurch bekommt es einen "strohigen" Touch und unterstützt die Abendstimmung die wir auf unserem Bild erzeugen wollen. Das Ergebnis ist schon sehr ansprechend, aber es geht noch etwas besser.

 

 

fertiges Foto nach der Bildbearbeitung

Wir haben digital einen Sonnenfleck am linken Bildrand hinzugefügt der ebenfalls etwas für die Lichtstimmung tut. Das Haus im Hintergrund musste dann noch etwas versteckt werden. Hinzu kam eine Standard-Hautretusche und das Kleid haben wir noch etwas zurecht gezubbelt...

und fertig ist das retuschierte Bild :)

Also ....nicht alles kann man gleich bei der Aufnahme so machen, wie man möchte. Etwas Bildbearbeitung hilft dabei, die Aufnahme zu optimieren. Allerdings sollte die fotografische Leistung immer ganz deutlich dominieren. Ansonsten sollte man Maler werden.

 

Farbkonzepte
Sep
15

Die Farben auf euren Bildern tragen viel zu der Bildwirkung bei. Ihr könnt durch viele verschiedene und bunte Farben ein sehr auffälliges, fast schreiendes Bild schaffen. Oder durch eine ausgewählte Farbwahl eine gewisse Ruhe in euer Bild bringen. Sarah und ihr Team nutzen gerne softe Farben, die nicht von der zu fotografierenden Person ablenken, aber auch etwas Farbe ins Spiel bringen, z.B. Altrosa, helles Türkis, sanftes Flieder und andere Pastell-Töne.

 

Farbkreis von Newton

                                                                          Farbkreis nach Newton (Quelle Wikipedia)

 

Ihr könnt euch auch sehr gut an dem Farbkreis orientieren. Hier gilt: Gegenüberliegende Farben bilden den größtmöglichen Kontrast und verstärken sich gegenseitig (Komplementärfarben). Nebeneinanderliegende Farben harmonieren gut gemeinsam.

 

Schön ist es auch, wenn sich Farben im Bild wiederholen, z.B. ein Kleidungsstück und eine Blume im Hintergrund haben denselben Farbton.

 

Übrigens: Alles Lesen und Reden hilft nicht viel, wenn man es nicht selbst ausprobiert.

 

Tipp zur Vorbereitung eures Shootings
 

Diesen Farbkreis (oder ähnliche) könnt ihr auch für die Farbauswahl für die Kleidung einsetzen. Wenn ihr starke Farbakzente setzen wollt, ratet eurem Modell doch, Rot zusammen mit Blau/ Blaugrün oder Grün zu tragen.

Oder ihr wollt euer Modell vor einer Wand in violett ablichten - Wählt die (ungefähren) Farben für die Kleidung anhand des Farbkreises aus. Die Wirkung kennt ihr ja jetzt.

Reihung im Bild
Sep
08

Dieses Mal etwas ganz einfaches - und das kurz und knackig.

Wie ihr schon im Artikel "Tiefe schaffen durch Vorder-Mittel-Hintergrund" gelernt habt, ist es wichtig mehrere Bildebenen für die Tiefenwirkung zu schaffen. 


Ein weiteres mögliches stilistisches Mittel für die Tiefenwirkung ist die "Reihung im Bild". Durch die Flucht könnt ihr eine enorme Tiefe in euren Bildern erzeugen. Wir haben als Beispielbild ein Hochzeitspaar auf dem Steg mit den Pfeilern an der Seite. 

Beschreibung

 

Das Hochzeitspaar wurde bewusst etwas nach links gesetzt, damit die Pfeiler gut zu erkennen sind. Wenn das Hochzeitspaar zu weit rechts sitzen würde, wären die Pfeiler hinter dem Hochzeitspaar verdeckt und die Tiefenwirkung wäre wieder verloren gegangen.


Dies könnt ihr an vielen Orten machen: 
- in einer Baumallee
- unter Einbeziehung von Säulen, z.B. an Gebäuden
- Stuhlreihen eignen sich besonders in Räumen, funktionieren aber auch draußen
- nutzt einen Zaun
- uvm.

Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Viel Spaß bei der Umsetzung wünscht Euch das Team von Sarah Kastner Fotografie.

Wofür brauche ich den ISO-Wert und was stelle ich da am besten ein?
Sep
01

Den Begriff ISO haben wir ja schon in den Artikeln über die Halbautomatiken (AV und TV) vs. Programmautomatik kennen gelernt. Diejenigen, die das schon ausprobiert haben, sind auch evtl. an die Grenzen von Av und Tv gestoßen. Also ist es jetzt an der Zeit, etwas mehr über die Iso zu sagen, um einige kleinere Problemchen lösen zu können.

Hinter dem Begriff ISO-Wert versteckt sich die Lichtempfindlichkeit des Sensors bzw. früher, die des eingelegten Films. Vereinfacht kann man sagen: je höher die Lichtempfindlichkeit, desto weniger Licht braucht man, um ein Bild zu machen. Klingt toll, aber..... "scheiß Physik".

Wir fangen gleich mit der Anwendung an. "Wenn das Licht nicht "ausreicht" dreht die ISO höher!"
Eine ISO-Stufe höher kompensiert eine volle Blende. Eine Stufe höher ist z.B. von ISO 100 auf 200, oder von 200 auf 400. Richtig erkannt, eine Verdoppelung der ISO Zahl entspricht einer Stufe!. Einfach, oder etwa nicht?

Bezogen auf die Verschlusszeit verkürzt die Erhöhung der ISO die benötigte Zeit um eine Stufe. Also auf die Hälfte, z.B. 1/60s auf 1/125s oder 1/250s auf 1/500s. Recht einfach, probiert es einfach mal aus und schaut euch die Bildergebnisse an.

Und wie ist das bei der Blende? Vom Prinzip her genauso. ISO um eine Stufe hoch und ich kann die Blende eine Stufe weiter zu machen (größeren Wert einstellen, z.B. von 5.6 auf 8.0).

Was eine volle Blendenstufe ist, erklären wir in einem gesonderten Technikartikel, weil da das Verdoppeln leider nicht angewendet werden kann.
 

Nachteile der höheren Isowerte

Bevor wir jetzt auf die Idee kommen, immer mit ISO 400 oder gar 1.600 zu fotografieren.....die höhere Iso hat auch Nachteile. Das Bildrauschen nimmt zu. D.h., die Aufnahme wird kontrastärmer und zunehmend unschärfer/ verpixelt. Fachleute sprechen vom Bildrauschen.

Ein Beispiel zum Bildrauschen seht hier im nachfolgenden Bild, das mit ISO 5.600 geschossen wurde.
 

Fotografie im hohen ISO-Bereich

 

Die Antwort zur Frage in der Überschrift liegt also auf der Hand. Für eine gute Bildqualität sollte die ISO so klein wie möglich gewählt werden - bei den meisten Kameras ist das 100. Testet doch einfach mal mit eurer Kamera, bei welchen höheren Isowerten noch brauchbare Ergebnisse geliefert werden. Bei einer Kompaktkamera können bereits ab ISO 400 grausame Bilder rauskommen, moderne Spiegelreflex schaffen dagegen auch bei ISO 800 noch gute Bilder, Profikameras auch noch bei 1.600 oder 3.200.

 

Beispiel für die Technikfreaks

(wer sich nicht für Technik interessiert, muss das nicht alles lesen)

Angenommen, unter bestimmten Gegebenheiten habt ihr mit folgenden Werten ein korrekt belichtetes Bild: Zeit: 1/125 s - Blende: 5,6 - ISO: 100

Will man z.B. mit weiter geschlossener Blende fotografieren (größere Blendenzahl), kann man das über eine längere Zeit erreichen.
- also Blende auf 8 (lässt nur noch halb so viel Licht durch wie Blende 5,6)
- zum Ausgleich die Zeit auf 1/60 s (lässt das Licht doppelt so lange durch wie 1/125 s).

Das ergibt ebenfalls ein korrekt belichtetes Bild. Aber schon geht es bei Bildern aus der Hand mit dem Verwackeln los oder wir haben evtl. zu viel Bewegungsunschärfe durch Bewegungen unseres Motivs.

Besser ist es in dieser Situation, die Lichtempfindlichkeit "hoch zu drehen". 
Also: Zeit: 1/125 lassen - Blende 8 und die ISO von 100 auf 200 verdoppeln. Da bei Blende 8 nur halb so viel Licht durchgelassen wird wie bei 5.6, das Bild durch die Verdoppelung der Iso aber auch nur die Hälfte an Licht benötigt, kommt es wieder zu einer korrekt belichteten Aufnahme. 

Wer die Blende noch weiter schließen will, kann passend zu den o.g. Ausgangswerten folgende Kombinationen einstellen (Zeit bleibt in diesem Beispiel immer konstant bei 1/125)
    Blende 5,6   Iso 100       Zeit 1/125s  (Ausgangssituation)
    Blende 8      Iso 200       Zeit 1/125s
    Blende 11    Iso 400       Zeit 1/125s
    Blende 16    Iso 800       Zeit 1/125s
    Blende 22    Iso 1.600    Zeit 1/125s
    Blende 32    Iso 3.200    Zeit 1/125s

Was passiert bei diesen Veränderungen? Die Fläche der Blendenöffnung wird jeweils auf die Hälfte der vorherigen Stufe reduziert. Es geht bei gleicher Zeit nur noch halb so viel Licht durch das Objektiv wie in der jeweils vorherigen Blendestufe.
 Durch die Verdoppelung der ISO wird aber gleichzeitig auch die benötigte "Lichtmenge" auf die Hälfte der vorherigen Stufe herunter gesetzt und alles passt wieder. Naja, fast alles. Das Bildrauschen und die Kontraste machen immer mehr Ärger - scheiß Physik!

Gleichzeitig nimmt durch das Schließen der Blende (auch Abblenden genannt), die Schärfentiefe zu - gut, dass da jemand die Physik erfunden hat! Eure Aufgabe ist es, den optimalen Mix aus den Einstellungen zu finden.

Linien im Bild
Aug
25

Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, wie wir in unseren Regionen Bilder betrachten. Ist euch bekannt, dass wir das anders machen als Menschen in anderen Ländern der Erde?

Linien im Bild
Diejenigen, die sich fragen, warum wir das Baby mit dem Kopf nach unten positioniert haben, können wir beruhigen. Haben wir natürlich nicht. Wir haben das Bild nur nachträglich gekippt.

Andere Menschen würden den Kopf in dieser Position aber ohnehin als oben liegend beschreiben. Komisch, oder?

Es liegt tatsächlich an der Konditionierung unseres Gehirns, wie wir das Bild interpretieren! 
Wir Europäer sind die Leserichtung von Links nach Rechts gewöhnt. Und genau so schauen wir uns auch Fotos an. Ein kundiger Fotograf kann diese Leserichtung gezielt für seine Bildwirkung einsetzen. Genauso macht es z.B. die Deutsche Bank in Ihrem Logo: sie setzt eine aufwärtsbewegende Linie in ihr Logo, sodass dem Kunden suggeriert wird, dass es mit seinen Finanzen bei der Bank bergauf geht

Wir haben euch diesmal Babyfotos als Beispiel erstellt. Die verschiedenen Neigungen des Babys ergeben verschiedene Linien im Bild. Das erste Bild oben ergibt, wie schon erwähnt, eine Abwärtsbewegung. Wir haben das Gefühl, das Baby rutscht uns gleich nach rechts unten weg aus dem Bild heraus, bzw. es liegt mit dem Kopf nach unten.

Linien im Bild
Das zweite Bild hier weist eine neutrale, horizontale Linienführung auf. Das passt soweit gut und stört auch nicht wirklich.

(Aufnahmen Sarah Kastner Fotografie)

Spannender sieht - zumindest nach unserem Geschmack - das letzte Bild aus. Gemäß unserer Leserichtung von links nach rechts sehen wir ein sich aufwärts bewegende Linie. Sicher könnt ihr die Unterschiede erkennen.


 

Linie im Bild aufwärts

Interessant ist es natürlich auch zu wissen, dass Menschen die von rechts nach links schreiben/ lesen, das genau umgekehrt empfinden.

 

 

 

 

 

 

 

Wie transportiere ich mehr Emotionen?
Aug
18

Ihr möchtet Portraits fotografieren und etwas mehr an Emotionen rüberbringen? Dann testet doch mal verschiedene Blicke weg von der Kamera. Dies wirkt meist etwas verträumter und vor allem weniger gestellt. Die Kamera bekommt dadurch eine beobachtende Funktion und die Person wirkt sofort natürlicher.

Verträumt wirkt eine Person vor allem durch einen Blick nach unten. Meist sieht das gut aus, wenn der Kopf gleichzeitig etwas zur Seite (Richtung Schulter) gedreht ist. Aber auch Blicke in die Ferne können spannend wirken.

Wir haben hier mal ein paar Beispielfotos für euch zusammengetragen.  

emotionales Foto


Auf dem ersten Bild oben zeigt Ellen, die zuvor beschriebene Variante mit Kopfdrehung zur "vorderen" Schulter. Die Augen sind geöffnet. Um Schatten im Gesicht aufgrund des Hutes zu vermeiden, kam ein Reflektor zum Einsatz.
 

Foto in Gedanken


Mit etwas Übung schafft es euer Modell, die Augen so gekonnt zu schließen, dass es nicht gestellt aussieht. Der Kopf wird nur leicht nach vorne geneigt, um das ganze Szenario abzurunden. Gut kommt es auch, wenn euer Model etwas tut. Einfach mal die Hand in die Haare.....langsame Bewegungen sind dabei besser als ein starr wirkendes "Ruhighalten".

emotionales Portrait


Wir sehen natürlich alle gleich beim Aufstehen so toll aus wie Ellen im Bild oben - vor allem die Herren der Schöpfung. Die Hand spielerisch an den Haaren, Blick irgendwo leicht nach unten an einen für den Betrachter nicht sichtbaren Punkt. Wichtig dabei ist aber eigentlich  ..."nur nicht in die Kamera"!  "Verträumt" ist das Ergebnis.

positive Gedanken


Ganz in Gedanken verloren ist auch Nadine im Bild oben. Woran sie wohl denkt?
Die lockere Pose, der gedankenverlorene Blick nach Nirgendwo auf dem Boden ....und wieder mal eine Hand an/ in den Haaren. Alles wirkt so natürlich, friedlich und harmonisch. Der Blick direkt in die Kamera würde ein ganz anderes Bild ergeben und deutlich weniger an ruhigen Emotionen transportieren.

sinnliches Foto


Vergleicht diese Aufnahme doch einmal mit der ersten in unserem Artikel. Klar, beide Modelle sind unheimlich attraktiv.... Was wir meinen ist die Kopfdrehung. Im unteren Bild weg von der Kamera nahen Schulter. Die Augen sind dabei halb geschlossen.
Warum die andere Blickrichtung als oben? Die Antwort ist recht einfach, wenn ihr euch verdeutlich, auf welcher Bildseite jeweils mehr "Platz" ist. Hier ist es eindeutig rechts. Ganz oben ist der Kopf in der rechten Bildhälfte....also Blick nach links.


Es ist übrigens Sache des Fotografen, den richtigen Bildschnitt zu wählen. Das Modell kann ja nicht auch noch durch den Sucher schauen. Also sollte man vielleicht eher so aus Sicht des Fotografen kommentieren: " Mein Modell schaut nach rechts....also muss ich auch genau dort etwas mehr Platz lassen, indem ich das Modell mehr an den linken Rand platziere!"

Auch hier gilt wieder....Ausprobieren hilft. Und keine Angst vor Fehlern...nur daraus lernt man.

Spannung durch Spiegelungen
Aug
11

Heute wollen wir Euch eine Technik näher bringen, die vom Team von Sarah Kastner Fotografie häufiger eingesetzt wird. Mal dezent, mal ganz offensichtlich. Es geht um gewollte Spiegelungen im Bild.

Es gibt verschiedene Arten von Spiegelungen, die ihr in eure Werke einfließen lassen könnt. Beginnen wollen wir mit der klassischen Methode, wie sie auch bei unserem Brautpaar zum Einsatz kam.
 

Brautpaar am Fluß


Viel muss dazu nicht gesagt werden. Das Motiv und auch der Hintergrund spiegeln sich in einer glänzenden Fläche, hier dem Wasser. Wenn ihr euer Shooting mit solchen Effekten plant, achtet bitte auf das Wetter, vor allem den Wind. Wellen auf dem Wasser können die Spiegelungen verhindern - ganz leichte Wellen funktionieren aber meistens noch und bilden einen netten Zusatzeffekt.

Natürlich muss es keine Wasserfläche sein, ich könnt euer Modell auch vor einem Spiegel positionieren (sorry, das war natürlich ohnehin allen klar).

Eine andere Art der Spiegelung ist auf dem nächsten Bild zu sehen. Bevor ihr weiter lest, lasst doch die Aufnahme von Katharina etwas auf euch wirken.
 

Frau am Fenster


Katharina wurde durch ein Fenster fotografiert, wobei sie im Innenraum posierte und die Fotografin draußen auf der Terrasse frieren musste. Bei solchen Aufnahmen solltet ihr die Wirkung des Innenraums mit und ohne Beleuchtung testen. In unserem Fall wurde die Innenbeleuchtung ausgeschaltet, um die Wirkung der Bäume/ Pflanzen im Fenster auf der gegenüber liegenden Seite des Innenraumes mehr zur Geltung zu bringen.

Und jetzt wird es etwas anspruchsvoller. Die Spiegelungen hier sind sehr dezent und auch wenig differenziert. "Irgend etwas" spiegelt sich in der Metallfläche oben links im Bild. Kleinere Spiegelungen gibt es auch in der glatten Oberfläche der Kaffeemaschine. Sowohl die Spiegelungen selbst, als auch die Farben darin stören nicht, da unser Auge den Effekt aus jahrelanger Erfahrung kennt. Normalerweise ist es aber ein unwesentliches Detail, das im Alltag nicht beachtet wird.
 

Frau spiegelt sich


Solch kleine Dinge kommen gelegentlich ganz ungeplant ins Spiel, sprich Bild. Dann müsst ihr entscheiden, ob es gut aussieht, oder ihr die Aufnahme lieber noch einmal ohne den Effekt macht. Ja! Das Fotografenleben kann so hart sein!

Nachfolgend eine weitere Aufnahme durch eine Scheibe. Anders als im Bild mit Katharina weiter oben, war der Bereich hinter der Fotografin hier sehr hell (Häuserfront, helle Stangen der Brüstung). Der Bildeffekt unterscheidet sich deutlich von dem weiter oben.
 

Fensterscheibenspiegelung


Die gelben Orchideen im Bild sorgen für ein wenig Farbe. Die Sprühflasche in der Hand unseres hübschen Modelles lassen das Bild natürlicher, nicht gestellt wirken.

alle Aufnahmen: Sarah Kastner Fotografie

 

Expertenwissen

Unser Beitrag wäre unvollständig, wenn wir nicht erwähnen würden, was man gegen unerwünschte Spiegelung machen kann. Wegräumen geht ja nicht immer.
Für solche Fälle gibt es Polfilter. Sie werden auf das Objektiv geschraubt. Da sie um 360 Grad drehbar sind, könnte ihr die Wirkung steuern. Der Effekt ist beim Blick durch das Okular der Kamera gut sichtbar.

Da Polfilter nur die Hälfte des Lichtes durchlassen, geht euch eine Blende verloren (also länger belichten oder Blende entsprechend weiter öffnen). Bei Digitalkameras sollte man übrigens zirkulare Polfilter verwenden.

Und ganz zum Schluss....Polfilter haben bei modernen Autolacken keine Wirkung !

Tiefe schaffen im Bild mit Vorder-, Mittel- und Hintergrund
Aug
04

Und wieder möchten wir ein paar kleine und einfache Tipps geben, wie man seine Fotos etwas aufpeppen kann.

Wenn ihr euch die Beispielbilder von Sarah anschaut, seht ihr vermutlich sofort, was gemeint ist. Eine Gemeinsamkeit der Aufnahmen ist, dass sie Tiefenwirkung haben. Das Hauptmotiv ist sofort auszumachen.

Bei der ersten Aufnahme ist der Mittelteil, Teil zwischen Vorder- und Hintergrund, trotz Unschärfe und Lichteffekten im linken Bildbereich (Überbelichtung) für das Auge gut auszumachen. Den Hintergrund bildet eine kleine Spiegelung auf der rechten Bildseite. Das Hauptmotiv, unser hübsches Paar, bildet den Vordergrund der Aufnahme. Das muss aber nicht so sein. Dass es auch anders geht, seht ihr in der zweiten Aufnahme.

 

Pärchen macht ein Selfie

                                                                                 Aufnahmen Sarah Kastner Fotografie


Im nachstehenden Bild 2 ist das Hauptmotiv in den Mittelbereich gerückt.  Der Vordergrund wird durch ein Pflanze gebildet. Sowohl die unregelmäßige Form als auch die Farbe heben sich deutlich vom Mittelgrund ab.

Homeaufnahme

 

Dass die Pflanze im Vordergrund nicht das Hauptmotiv ist, wird auch durch die unscharfe Darstellung unterstützt. Die Schärfe liegt auf dem Mittelbereich, in der unser Modell .... in die Kamera strahlt. Die Pose vermittelt den Eindruck, dass sie unsere Anwesenheit gerade erst bemerkt hat und deshalb mal kurz rüber schaut. Lässig und gekonnt - professionell eben.

Der Hintergrund beginnt sanft am Küchenblock mit den arrangierten Früchten, die bereits in eine sanfte Unschärfe eintauchen. Vorder-, Mittel- und Hintergrund sind für das Auge aus Erfahrung sofort erkennbar.

Apfelblütenshooting

 

Und in der dritten Aufnahme kommt die Tiefenwirkung vor allem vom Hintergrund. Der Vordergrund zum scharf abgebildeten Modell ist recht klein gehalten, aber dennoch durch die Unschärfen und verwaschenen Konturen z.B. vor dem unteren Arm, klar herausgebildet.

Klingt doch alles ganz einfach. Trotzdem sollten ein paar Hinweise nicht fehlen, da schon etwas Übung dazu gehört.
1. kleine bis mittlere Blenden bei kurzen Abständen zum Hauptmotiv
2. ist das Modell etwas weiter weg, s. Bild 2, lieber nahe an die Offenblende gehen, sonst kann es leicht passieren, dass der Hintergrund ebenfalls scharf wird (also kleine Blendenzahl)
3. bei Porträts auf die Augen scharf stellen; nicht das Modell "irgendwo" anvisieren; Schärfe auf der rechten/ vorderen Schulterpartie würde das Bild verderben
4. auf die Farben achten - weniger ist mehr. Ein oder zwei eher kleine Farbkleckse reichen

Bei den ersten Übungen kann es euch leicht passieren, dass ihr rein physikalisch zwar die 3 Bildbereiche eingefangen hat, die Aufnahme aber trotzdem nicht so toll rüberkommt.

Beispiele, die euch das Bild vermiesen sind:
a. Hintergrund dominant wegen Kontur oder Farbe
b. das Auge kann nicht sofort erkennen, wo das Hauptmotiv ist (es muss ja keine Person sein)
c. unpassende Bildelemente (ein knallig gelber Mülleimer im Hintergrund lenkt ab, selbst wenn er unscharf ist). Mülleimer machen sich eher selten gut in Aufnahmen
d. Die drei Bildbereiche harmonieren nicht (z.B. farblich)
e. Das Bild ist überladen mit Details. Viele Details und noch 3 Bildbereiche - das kann für das Auge und Kleinhirn schon etwas viel sein.

Dennoch.... das ist alles kein Hexenwerk. Mit etwas Übung klappt das schon.

Nutzung eines Reflektors / Aufhellers
Jul
28

Einen Reflektor bekommt ihr ab 10 Euro im Internet. Mit diesem kostengünstigen Hilfsmittel könnt ihr eure Porträtaufnahmen deutlich aufwerten. Ein Reflektor macht nichts anderes, als das vorhandene Licht, z.B. das Sonnenlicht, auf euer Modell zu reflektieren. Somit könnt ihr beispielsweise unschöne Schatten aufhellen, die das Sonnenlicht wirft. Das Gesicht wirkt frischer und ebenmäßiger – die Augen werden betont.
Wichtig hierbei ist es zu beachten. wo das Licht ist, das ich reflektieren möchte:
Einfallswinkel = Ausfallswinkel


Das reflektierte Licht seht ihr sehr deutlich auf eurem Motiv. Wenn ihr das pure Sonnenlicht reflektiert wird euer Modell sehr schnell Bescheid geben, denn es wird die Augen nicht mehr offen halten können ;)
Ihr könnt auch Styroporplatten aus dem Baumarkt oder Alufolie als kostengünstige Alternative nutzen. Styropor ist übrigens farbneutral !

Hier einige Beispiele für Farben von Aufhellern:
weiß:     leichte Aufhellung

silber:    reflektiert deutlich stärker als weiß; werden nur Teile des Modelles erfasst, kann das Bild dort zu hell im Vergleich zum Rest werden
gold:      Warmton, aber sehr speziell (mit Vorsicht zu genießen; in Europa wenig genutzt, eher USA)

 

Outdoorfotografie

                                                    Aufnahme (Sarah Kastner Fotografie) mit Zebra-Reflektor am frühen Abend


Zebra:    Gold und Silber wechseln sich ab; geringerer und recht angenehmer Warmton; aber relativ teuer (ca. 200 € pro Quadratmeter); wird deshalb eher von Profis genutzt.  
"Sonderfarben" (im engeren Sinn keine Reflektoren)
transparent:  wird benutzt, um hartes Sonnenlicht zu streuen (weicher zu machen); wird zwischen Sonne und Modell gehalten
schwarz:       klar, schwarz reflektiert gar nicht! Es dient dazu, Reflexionen zu vermeiden, bzw. zur Abschattung

 

Making of Foto bei Fotoshooting

                                                                  Making-off zum Bild weiter oben - Einsatz eines Reflektors 


Welchen Reflektor kaufe ich nun?
Wir haben euch mal einen günstigen Reflektor herausgesucht, den wir auch selbst oft für Außenaufnahmen dabei haben, damit habt ihr für kleines Geld schon sehr viele Möglichkeiten. Hier zum Beispiel bei Amazon (Partner-Link)


 

Expertentipp

erscheint die Haut von eurem Modell ggf. in unnatürlichen Farben, kann auch das an - meist ungewollten - Reflektionen liegen. Frisches Gras kann die Haut des Modelles grünlich erscheinen lassen. Auch das rote Kleid oder die lila Decke, auf dem das Modell platziert wurde, reflektieren das eintreffende Licht. Insbesondere, wenn die Stoffe/ Oberflächen glänzen. Besonders auffällig wird es, wenn ihr einen Blitz benutzt.